Leitwort

„Keine Angst, aber auch keine Sorglosigkeit“, diese Worte habe ich in diesen Tagen im März beim Schreiben unserer Kirchlichen Nachrichten, in diesen Tage des sich auch in unserem Land immer rasanter ausbreitenden Corona-Virus, vom Hamburger Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher gehört – seine Devise des Vorgehens, Agierens und Reagierens in diesen krisenhaften Zeiten.

Diese Worte haben mir gefallen.

„Keine Angst, aber auch keine Sorglosigkeit“ – nicht in Panik verfallen, höre ich aus diesen Worten, aber dennoch die Gefahr sehr ernstnehmen, der wir da gerade ausgesetzt sind; eine Gefahr, die so gar nicht zu greifen ist, und die deshalb umso bedrohlicher daherkommt.

Nicht in Panik verfallen, aber in Verantwortung gehen für das, was wir noch beeinflussen können. Deshalb gibt es die zahlreichen Absagen von öffentlichen Veranstaltungen, die Schließung von Kitas, Schulen und Universitäten, vielen weiteren öffentlichen Einrichtungen. Und deshalb haben auch die Kirchengemeinderäte aller evangelischen Sylter Kirchengemeinden am 13. März 2020 schweren Herzens, aber einmütig entschieden, alle Veranstaltungen und so auch unsere Gottesdienste zunächst bis zum 4. April 2020, je nach Entwicklung der Situation auch noch länger auszusetzen. Das Ziel aller dieser Maßnahmen ist der Schutz aller beteiligten Menschen durch das Unterbrechen von Infektionsketten mit dem Ziel, die Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verlangsamen.

Keiner von uns weiß, wie die Situation sich entwickeln wird. Und so haben leider auch die Termine in unseren Kirchlichen Nachrichten insgesamt nur vorläufigen Charakter. Jeweils ganz aktuell informieren wir Sie hier auf unserer Homepage und halten Sie auf dem Laufenden.

„Keine Angst, aber auch keine Sorglosigkeit“ – diese Worte haben für mich einen durchaus biblischen Anklang. Eines meiner liebsten neutestamentlichen Worte klingt so:

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ – das ist so zu lesen im 2. Timotheusbrief (1,7).

Keine Angst, keine Furcht, weil das noch nie, weil das nirgendwo ein guter Ratgeber war und ist. Es gibt genügend Gründe, sich zu fürchten, genügend Szenarien, die Angst machen können – das wusste auch schon der, dem wir den 2. Timotheusbrief verdanken. Was er aber auch sagt, ist, dass wir dabei nicht verharren, uns davon nicht gefangen nehmen und lähmen lassen sollen. Gottes Geist, sein Wirken an uns will uns vielmehr dazu bringen, dazu befähigen, kraftvoll, liebevoll und besonnen zu leben und zu handeln, miteinander umzugehen auch und gerade in Zeiten der Krise und der Gefahr.

Kraftvolles, liebevolles, besonnenes Tun und Handeln. Neben allem Abstand-Halten voneinander, das jetzt gerade ein Gebot der Stunde ist, ist das das andere Gebot: auch und gerade jetzt füreinander da zu sein, auch hier bei uns in Morsum. Die Augen und Ohren offenzuhalten, wo Hilfe und Unterstützung nötig ist. Einander auf dem Laufenden zu halten, vielleicht einmal öfter als sonst am Telefon, weil man sich zur Zeit möglicherweise nicht mehr so oft einfach so im Dorf begegnet. Unsere Gemeinde ist jederzeit erreichbar unter 04651/890225.

Wir gehen zu auf das Osterfest, das älteste und höchste unserer christlichen Feste. Wir werden in diesem Jahr nicht in den bekannten, vertrauten, geliebten gottesdienstlichen Formen in unserer Kirche feiern können. Auch das ist Unsicherheit und Verunsicherung. Ostern wird es gleichwohl, darauf ist Verlass. Und ich wünsche Ihnen und Euch ein gesegnetes Fest, dass Angst besiegt wird, das Leben neu wird, wir alle in den Ruf der Osternacht einstimmen mögen:

„Der HERR ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!“

 

Ihre/Eure Pastorin Dr. Christiane Eilrich

 

Eines noch in eigener Sache:

Ein großes Danke möchte ich auch auf diesem Wege allen sagen, die mich mit ihren Gedanken und Gebeten, lieben Zeilen, Blumen, Geschenken und vielen Aufmerksamkeiten durch die Zeit meiner Operation, Reha und stundenweisen Wiedereingliederung in meine Arbeit in den ersten 3 Monaten dieses Jahres begleitet haben. Meine Rückenoperation ist gelungen, ich bin schmerzfrei und sehr glücklich über dieses Ergebnis, sehr dankbar, dass alles so gut verlaufen ist. An meine Schrauben im Rücken muss ich mich immer noch weiter gewöhnen, muss mit ihnen leben lernen und bin dazu auch weiterhin in physiotherapeutischer Begleitung, muss viel trainieren. Zuallererst aber bin ich froh, jetzt zurück zu sein in Morsum, auf der Insel, auch in diesen Zeiten.